Norden · Etappe 7 von 10
Etappe 7 – Husum → Klanxbüll → Westerland
Der Morgen begann mit einem nordischen Frühstück: Krabben, Schwarzbrot, Fisch. Die letzte große Etappe gen Sylt stand bevor.
Vierzig Kilometer entlang des Deiches, durch Schafherden, deren Mist uns unverkennbar begleitete. Der Wind wehte kräftig, die Landschaft wurde karg und weit. Zur Linken die Nordsee, zur Rechten grüne Marschen.
Wir sahen die Inseln Föhr, Amrum, Pellworm und die Halligen – winzige grüne Punkte im Watt, geschützt durch Warften, kleine Erdhügel, die den Bewohnern seit Jahrhunderten Sicherheit bieten. Am Anleger „Siel 59“ legten wir unseren letzten Bierstopp ein – eine Lounge direkt am Wasser, ein Ort, an dem man die Welt vergessen konnte und welcher gleichzeitig Versorgungsader der Halligen ist.
Dann weiter über Dagebüll zum Bahnhof Klanxbüll. Dort hieß es: Räder in den Zug, über den Hindenburgdamm nach Sylt. Die Überfahrt – ein technisches Meisterwerk von 1927 – fühlte sich wie ein Tor ins Paradies an, welches nur mit dem Zug zu überwinden ist.
In Morsum stiegen wir aus, fuhren durch das malerische Keitum mit seinen Kapitänshäusern, dann durch Tinnum bis nach Westerland. Dort erwartete uns das Haus Bomhoff. Vorher allerdings mussten wir noch ein Paket mit frischer Wäsche abholen – 1,5 Kilometer zu Fuß. Doch dann endlich: der Strand. Wir sprangen ins Meer, lachten, jubelten. Wir hatten unser Ziel erreicht!
Der Abend gehörte der Partymeile von Westerland – Essen, Trinken, Tanzen. Wir fühlten uns wie Könige, die ihren Schatz gefunden hatten.