Osten · Etappe 3 von 10
Etappe 3 – Borken (Hessen) → Eisenach
Das Frühstück im Stadthotel hatte irgendwie AWO-Charme, dafür bodenständig und voller Herzlichkeit. Besonders im Gedächtnis blieb die süße Raffaellohaube auf einem kleinen Kuchen – ein Detail, das den Start versüßte. Proviant für unterwegs wurde gleich mit eingepackt.
Schon bald erreichten wir Homberg Efze, ein malerisches Städtchen mit hochgelegenem Schlossberg, Fachwerkhäusern und engen Gassen. Doch kaum hatten wir uns orientiert, führte uns Komoot auf einen falschen Pfad mitten ins Feld. Ein kurzer Umweg, dann wieder zurück – so ist das eben mit der Technik.
Die Abfahrt danach war pure Freiheit: Mit 70 km/h stürzten wir hinab, der Wind heulte in den Ohren. In Rengshausen kehrten wir ein, tranken ein Weizenbier und sahen Kreisligafußball am Spielfeldrand. Jubelrufe, Staub in der Luft, ein „Prost, Niklas!“ – Momente, die bleiben.
Unterwegs überraschte uns die Tierwelt: Highland Cattles und Wasserbüffel auf den Wiesen, ein Storchennest hoch oben auf einem Dach. Schließlich das Schloss Ludwigseck, dessen Mauern von hessischer Geschichte erzählten.
Doch erneut brachte uns Komoot von der Route, zwang uns um zu planen und wir landeten in Rotenburg an der Fulda. Ein Glücksfall: Im Schlosspark gab es Bier und Kuchen, und wir rollten entspannt den Fuldaradweg entlang bis Bebra, bevor wir wieder auf Kurs gingen.
Ein stiller Moment wartete an der ehemaligen innerdeutschen Grenze – unscheinbar, aber mit einer Schwere, die man spürt, wenn man anhält und die Gedanken schweifen lässt.
Die letzten Kilometer nach Eisenach waren von einem schlapp machenden Akku geprägt, doch am Ende standen wir am Lutherhaus. Ein Ort, an dem Geschichte geschrieben wurde, wo Worte Kraft bekamen. Am Abend stärkten wir uns mit Thüringer Klößen, bevor wir in den historischen Lutherstuben des Eisenscher Hofes nächtigten. Die beste Nacht der Reise, in Gemächern voller Authentizität.